Augenprobleme

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Eyeproblems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Augenprobleme

Die Augen bestehen aus mehreren Teilen. Hierzu gehört die Linse, die Netzhaut und der Sehnerv. Wenn Licht auf die Linse fällt, gelangt das Licht in das Auge und erzeugt ein Bild auf der Netzhaut im hinteren Teil des Auges. Die Zellen in der Netzhaut wandeln dieses Bild in Signale um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Das Gehirn wandelt diese Signale dann wieder in ein Bild um.

Manchmal können Augenprobleme auftreten, die Beschwerden oder Sehstörungen verursachen. Dazu gehören:

  • Katarakt (grauer Star), trübe Flecken in der Linse, durch die es schwieriger wird, klar zu sehen.
  • Schädigung der Tränenkanäle, wodurch die Augen stärker tränen können.
  • Schädigung der Tränendrüse (Xerophthalmie), bei der die Augen nicht genügend Tränenflüssigkeit produzieren, was dazu führen kann, dass die Augen mit der Zeit trocken werden und dadurch Schaden nehmen.
  • Keratitis, eine Entzündung der Hornhaut.
  • Teleangiektasien, Schäden an den winzigen Blutgefäßen der Augen.
  • Retinopathie, eine Schädigung der Netzhaut.
  • Eine Schädigung des Sehnervs.
  • Chronische Augenschmerzen, bei denen die Augen ständig weh tun oder sich unangenehm anfühlen.

Das Auge
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Augenprobleme?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, können Augenprobleme auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Augenprobleme im Laufe des Lebens erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Art der Krebstherapie ab.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Augenprobleme erhöhen:

  • Eine Bestrahlung des Auges und der Augenhöhle oder eines Bereichs, der das Auge oder die Augenhöhle einschließt.
  • Eine innere Strahlentherapie mit radioaktivem Jod (Radio-Jod-Therapie). Diese Krebstherapie erhöht insbesondere das Risiko, dass die Tränenkanäle schrumpfen.
  • Eine längerfristige Einnahme von Kortikosteroiden. Diese Behandlung erhöht insbesondere das Risiko eines Katarakts (grauer Star).

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du Augenprobleme hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Augenprobleme können auch andere Ursachen haben.

Was sind die Symptome und Anzeichen von Augenproblemen?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Augenprobleme hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Augenprobleme hast:

  • Verschwommene oder verzerrte Sicht
  • Lichtempfindlichkeit
  • Schmerzen, Juckreiz oder Brennen in einem oder beiden Augen
  • Tränende Augen
  • Vermindertes oder verlorenes Sehvermögen

Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für Augenprobleme. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für Augenprobleme hast, solltest du:

  • Regelmäßig eine Untersuchung der Augen durchführen lassen, mindestens alle 5 Jahre.
  • Regelmäßig, mindestens alle 5 Jahre, mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in deine medizinische Vorgeschichte sowie mögliche Symptome und Anzeichen von Augenproblemen besprechen.

Wenn du zwischen deinen Terminen neu aufgetretene Symptome oder Anzeichen hast, wende dich bitte an deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist :in.

Was passiert, wenn ich Augenprobleme habe?

Falls du Augenprobleme hast, wird dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Symptomen oder Anzeichen, die bei dir vorliegen, wirst du überwiesen an:

  • Augenarzt/Augenärztin (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Augen)
  • Optiker:in (Fachperson für Brillen und Kontaktlinsen)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Augenproblemen hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Augenprobleme hat, ist es dennoch wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil findest du im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du Augenprobleme bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Augenproblemen kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Weitere Informationen auf Englisch:

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Eyeproblems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.