Bluthochdruck
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Hypertension” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
- Bluthochdruck
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck?
- Was sind die Symptome und Anzeichen von Bluthochdruck?
- Ich habe ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
- Was passiert, wenn ich Bluthochdruck habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Bluthochdruck
Die Kraft, mit der das Blut vom Herzen durch die Blutgefäße gepumpt wird, nennt man Blutdruck. Es ist normal, dass der Blutdruck im Laufe des Tages fällt und steigt. Außerdem ist der Blutdruck bei jedem Menschen anders. Bei manchen Menschen ist der Blutdruck von Natur aus niedriger, bei anderen wiederum höher. Wenn der Blutdruck jedoch ständig (zu) hoch ist (Bluthochdruck, Hypertonie), kann dies zu Schäden an den Blutgefäßen und am Herzen führen. Bluthochdruck kann auch das Risiko für andere Krankheiten erhöhen, zum Beispiel für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder ein Nierenversagen. Mehr Informationen zu Schlaganfall, Herzinfarkt und Nierenproblemen finden sich in den Kapiteln „Schlaganfall”, „Koronare Herzkrankheit” und „Nierenprobleme”.
Der Blutdruck wird durch zwei Zahlen gemessen, eine für den oberen (systolischen) Wert des Blutdrucks und eine für den unteren (diastolischen) Wert des Blutdrucks. Der systolische Blutdruck ist der maximale Druck in den Blutgefäßen, der der Anspannung des Herzmuskels entspricht. Der diastolische Blutdruck ist der Druck in den Blutgefäßen, wenn das Herz in Ruhe ist, also zwischen den Herzschlägen. Die Einheit für den Blutdruck ist mmHg (Millimeter Quecksilber).
Bei Erwachsenen ist der Blutdruck zu hoch, wenn er (regelmäßig oder immer) über 140 mmHg (systolisch) oder 90 mmHg (diastolisch) ist. Bluthochdruck ist sehr häufig und das Risiko nimmt mit dem Alter zu. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die jede:r ergreifen kann, um den Blutdruck zu senken, zum Beispiel ein gesunder Lebensstil. Mehr Informationen darüber, wie du deinen Lebensstil verbessern kannst, finden sich in dem Kapitel „Gesundheitsförderung”.
Blutdruck
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Bluthochdruck auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Bluthochdruck im Laufe des Lebens erhöhen.
Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Bluthochdruck erhöhen:
- Eine Bestrahlung des Herzens oder der großen Blutgefäße oder eines Bereichs, der das Herz oder die großen Blutgefäße einschließt.
- Eine Bestrahlung der Nieren oder eines Bereichs, der die Nieren einschließt.
- Ein chirurgischer Eingriff (Operation) zur Entfernung der Niere (Nephrektomie) oder eines Teiles der Niere.
- Eine Chemotherapie mit Ifosfamid.
- Eine Chemotherapie mit Cisplatin oder Carboplatin.
- Eine Gruppe von Chemotherapeutika, die Nitroharnstoffe genannt werden.
- Eine Therapie mit Immunsuppressiva, Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Beispiele für Immunsuppressiva sind Cyclosporin und
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere bitte dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn du Bluthochdruck hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Bluthochdruck kann auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Übergewicht, starker Salzkonsum, Bewegungsmangel, Rauchen, höheres Alter oder die Einnahme von Medikamenten oder Substanzen, die den Blutdruck erhöhen können, wie zum Beispiel die Antibabypille, entzündungshemmende Medikamente oder Kortikosteroide. Mehr Informationen zu Übergewicht und Adipositas finden sich in dem Kapitel „Übergewicht und Adipositas”.
Die Ursache des Bluthochdrucks ist häufig unbekannt, was als essenzielle oder primäre Hypertonie bezeichnet wird. Wenn es in deiner Familie häufiger zu Bluthochdruck kommt, kann das dein Risiko für Bluthochdruck ebenfalls erhöhen.
Was sind die Symptome und Anzeichen von Bluthochdruck?
Normalerweise treten bei Menschen mit Bluthochdruck keine Symptome oder Anzeichen auf. In einigen wenigen Fällen kann Bluthochdruck jedoch Symptome und Anzeichen verursachen. Auch wenn es sein kann, dass du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.
Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Bluthochdruck hast:
- Starke oder anhaltende Kopfschmerzen
- Sehstörungen
- Herzklopfen in Kopf und Hals
- Kurzatmigkeit
- Häufiges Nasenbluten
- Müdigkeit
- Angst/Unruhe
- Übelkeit
Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Ich habe ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
Falls du ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck hast, wird empfohlen den Blutdruck mindestens alle 2 Jahre zu messen. Wenn du deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in häufiger besuchst, lass am besten den Blutdruck bei jedem Besuch messen.
Was passiert, wenn ich Bluthochdruck habe?
Falls du Bluthochdruck habst, wird dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in eine Behandlung beginnen oder dich zu Fachpersonen überweisen. Abhängig von der Ursache für den Bluthochdruck, die bei dir vorliegt, wirst du überwiesen an:
- Kardiolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf das Herz und die Gefäße)
- Nephrolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Nieren)
- Endokrinolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Hormone und den Stoffwechsel)
Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.
Oft hilft bereits ein gesünderer Lebensstil, um den Blutdruck zu senken, zum Beispiel eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität. Es können auch Medikamente verschrieben werden.
Möglicherweise wird dir auch empfohlen, dein Körpergewicht, deinen Blutzucker und deine Blutfette (zum Beispiel Cholesterin: eine fetthaltige Substanz im Blut) regelmäßig messen zu lassen. Wenn du an Bluthochdruck leidest, ist es wichtig, andere Faktoren zu kennen, die ebenfalls dein Risiko für (zukünftige) Probleme mit dem Herzen oder den Blutgefäßen beeinflussen können. Mehr Informationen zu Übergewicht und Adipositas, Diabetes und Dyslipidämie finden sich in den Kapiteln „Übergewicht und Adipositas”, „Gestörter Glukosestoffwechsel und Diabetes” und „Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)”.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Bluthochdruck hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit” zu finden.
Um den Blutdruck zu senken (oder einen gesunden Blutdruck zu halten), ist es sehr wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben. Insbesondere ist es wichtig, die Salzaufnahme zu begrenzen und Stress zu vermeiden. Wenn du unter Bluthochdruck leidest, ist es außerdem wichtig, beim Sport Übungen wie Sprinten oder Gewichtheben zu vermeiden. Diese Übungen lassen den Blutdruck schnell ansteigen. Es ist wichtig, auf die mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.
Es ist wichtig, dass du weißt, dass du Bluthochdruck bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Bluthochdruck kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- Kinderkrebsinfo der GPOH: Hier findest du Informationen zu Spätfolgen am Herzen
- Deutsche Herzstiftung: Hier findest du Informationen zu Spätfolgen am Herzen
Weitere Informationen auf Englisch:
- European Society of Cardiology (ESC): Hier findest du Informationen zu Leitlinien zum Umgang mit Bluthochdruck
- World Health Organisation (WHO): Hier findest du Informationen zu Bluthochdruck, der Therapie und Prävention
- Blood Pressure UK: Hier findest du Informationen zu Bluthochdruck und Sport bei Bluthochdruck
Auf dieser Webseite kannst du auch weitere Informationen zu ähnlichen Themen finden:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Hypertension” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext

