Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Dyslipidemia” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
- Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)?
- Was sind die Symptome und Anzeichen für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)?
- Ich habe ein erhöhtes Risiko für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung). Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
- Was passiert, wenn ich eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)
Um richtig zu funktionieren, braucht der Körper Fett. Fette gehören zu den Lipiden und kommen sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Der Körper kann Lipide als Energiequelle nutzen, aber auch als Bausteine für die Körperzellen.
Lipide kommen in allen Teilen des Körpers vor, auch in der Blutbahn. Wenn jemand einen zu hohen Lipidspiegel im Blut hat, spricht man von Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung). Es gibt zwei Arten von Dyslipidämien, je nachdem welche Art von Lipiden erhöht ist:
- Hypercholesterinämie (ungewöhnlich hohe LDL-Werte im Blut)
- Hypertriglyzeridämie (ungewöhnlich hohe Triglyzeridwerte im Blut)
Dyslipidämie erhöht das Risiko von Herzerkrankungen und Schlaganfällen. Wenn sich zu viele Lipide in der Leber ablagern, kann dies zu einer Fettleber (Steatose) führen.
Die meisten Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) entwickeln keine Dyslipidämie. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die jede:r ergreifen kann, um das Risiko von Dyslipidämie zu senken, zum Beispiel (mehr) Sport treiben und sich gesund, cholesterin- und fettarm ernähren.
Fette
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann eine Dyslipidämie auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für eine Dyslipidämie im Laufe des Lebens erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Art der Krebstherapie ab.
Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für eine Dyslipidämie erhöhen:
- Eine Bestrahlung des gesamten Körpers (Ganzkörperbestrahlung).
- Eine Stammzelltransplantation.
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere bitte dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn du eine Dyslipidämie hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Eine Dyslipidämie kann auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Übergewicht, Diabetes oder ein höheres Alter.
Mehr Informationen zu Übergewicht und Adipositas und zu Diabetes finden sich in den Kapiteln „Übergewicht und Adipositas” oder „Gestörter Glukosestoffwechsel und Diabetes”.
Wenn es in deiner Familie häufiger zu einer Dyslipidämie kommt, kann das dein Risiko für eine Dyslipidämie ebenfalls erhöhen.
Was sind die Symptome und Anzeichen für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)?
Eine Dyslipidämie verursacht normalerweise keine Symptome oder Anzeichen. Es ist jedoch wichtig, sie zu erkennen, damit eine Behandlung eingeleitet werden kann, um das Risiko für schwerwiegende Folgen wie einen Schlaganfall oder Herzprobleme zu verringern. Mehr Informationen zu Schlaganfall und Herzproblemen finden sich in den Kapiteln „Schlaganfall” und „Herzprobleme”.
Dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in kann deine Blutfettwerte durch einen Bluttest messen (siehe: Ich habe ein erhöhtes Risiko für Dyslipidämie. Welchen Untersuchungen sollte ich machen und wann?).
Wenn sich zu viele Lipide in der Leber ansammeln, kann dies zu einer Fettleber (Steatose) führen. Eine Fettleber verursacht normalerweise keine Symptome oder Anzeichen. Mehr Informationen zu Problemen mit der Leber finden sich in dem Kapitel „Leberprobleme”.
Manchmal kann eine Hypercholesterinämie Xanthome verursachen, das sind gelbliche Ablagerungen von Cholesterin. Xanthome können überall in der Haut auftreten, am häufigsten jedoch um die Augenlider, Gelenke (wo die Knochen in Kontakt kommen) und Sehnen (die Verbindung zwischen Knochen und Muskeln).
Ich habe ein erhöhtes Risiko für eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung). Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
Falls du ein erhöhtes Risiko für eine Dyslipidämie hast, wird Folgendes empfohlen:
- Eine Blutuntersuchung zur Messung der Blutfette mindestens alle 5 Jahre, beginnend spätestens ab dem Alter von 40 Jahren. Es ist wichtig, dass diese Untersuchung morgens vor dem Frühstück durchgeführt wird (nüchtern).
Was passiert, wenn ich eine Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) habe?
Falls du eine Dyslipidämie hast, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Ursachen der Dyslipidämie wirst du überwiesen an:
- Endokrinolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Hormone und den Stoffwechsel)
- Ernährungsberater:in (Fachperson zur Beratung über Ernährungsgewohnheiten und Lebensstil)
Diese Fachpersonen können verschiedenen Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen, zum Beispiel wie du deine Ernährung oder deinen Lebensstil verbessern kannst. Dein Arzt/Deine Ärztin kann dir auch Medikamente verschreiben, um die Blutfettwerte zu senken.
Möglicherweise wird dir auch empfohlen, dein Körpergewicht, deinen Blutdruck und deinen Blutzucker regelmäßig messen zu lassen. Wenn du eine Dyslipidämie hast, ist es wichtig, auch andere Faktoren zu berücksichtigen, die dein Risiko für (zukünftige) Probleme mit dem Herzen oder den Blutgefäßen beeinflussen können. Mehr Informationen zu Übergewicht und Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes finden sich in den Kapiteln „Übergewicht und Adipositas”, „Bluthochdruck” oder „Gestörter Glukosestoffwechsel und Diabetes”.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Dyslipidämie hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit” zu finden.
Um deinen Blutfettspiegel zu senken (oder einen gesunden Blutfettspiegel zu halten) ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.
Es ist wichtig, dass du weißt, dass du eine Dyslipidämie bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Dyslipidämie kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- MSD Manuals: Hier findest du Informationen zu Dyslipidämie
Weitere Informationen auf Englisch:
- European Society of Cardiology (ESC): Hier findest du Informationen zu Leitlinien im Umgang mit Dyslipidämie
- Diabetes Community: Hier findest du Informationen zu Dyslipidämie
Auf dieser Webseite kannst du auch weitere Informationen zu ähnlichen Themen finden:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Dyslipidemia” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.

