Fehlstellungen der Wirbelsäule: Skoliose und Kyphose

Fehlstellungen der Wirbelsäule: Skoliose und Kyphose

Die Wirbelsäule verläuft vom oberen Teil des Halses bis zum Steißbein. Die Wirbelsäule besteht aus 33 Wirbeln, die jeweils durch eine Bandscheibe aus weichem Gewebe (Knorpel) getrennt sind. Die Bandscheibe verhindert, dass die Wirbel aneinander reiben.

Wie die anderen Knochen in unserem Körper gibt auch die Wirbelsäule unserem Körper Halt und ermöglicht es uns, aufrecht zu bleiben und uns zu bewegen. Darüber hinaus schützt die Wirbelsäule das Rückenmark, ein Nervenbündel, das das Gehirn mit dem Rest des Körpers verbindet.

Manchmal kann es zu Problemen mit der Wirbelsäule kommen. Zum Beispiel kann sich die Wirbelsäule während eines Wachstumsschubs in der Kindheit und Jugend nicht in eine normale Form, sondern in eine seitliche Krümmung entwickeln. Dies wird als Skoliose bezeichnet. Ein weiteres Problem, das an der Wirbelsäule auftreten kann, ist die Kyphose, bei der sich der obere Teil der Wirbelsäule stärker als gewöhnlich nach vorne krümmt. Eine Kyphose kann sich in jedem Alter entwickeln.

Eine Skoliose und eine Kyphose der Wirbelsäule können leicht und kaum spürbar sein, in schweren Fällen können sie jedoch Probleme verursachen.

Skoliose und Kyphose im Vergleich zu einer gesunden Wirbelsäule
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule auftreten. Manche Erkrankungen und Krebstherapien können jedoch das Risiko für eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgenden Erkrankungen können das Risiko für eine Skoliose oder Kyphose erhöhen:

  • Ein Tumor in der Nähe oder an der Wirbelsäule.
  • Ein Tumor in den Knochen der Beine oder Füße.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für eine Skoliose oder Kyphose der Wirbelsäule erhöhen:

  • Ein chirurgischer Eingriff (Operation) an der Wirbelsäule.
  • Ein chirurgischer Eingriff (Operation) am Brustkorb.
  • Eine Bestrahlung der Wirbelsäule oder eines Bereichs, der die Wirbelsäule einschließt.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule kann auch andere Ursachen haben.

Was sind die Symptome und Anzeichen einer Skoliose oder einer Kyphose der Wirbelsäule?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig, diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hinweisen, dass du eine Skoliose hast:

  • Ungleiche Höhe der Schultern, der Hüften oder der Taille
  • Neigung zu einer Seite
  • Rückenschmerzen (häufiger bei Erwachsenen)

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hinweisen, dass du eine Kyphose hast:

  • Verstärkt gekrümmter oder buckliger oberer Rücken
  • Rückenschmerzen oder Steifheit
  • Atembeschwerden (in schweren Fällen)

Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen bei dir wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko einer Skoliose oder einer Kyphose der Wirbelsäule. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für eine Skoliose oder eine Kyphose hast, solltest du jedes Jahr eine körperliche Untersuchung der Wirbelsäule durchführen lassen, bis du ausgewachsen bist. Während der Pubertät und des Wachstumsschubs kann der Arzt/die Ärztin empfehlen, die Untersuchung häufiger durchzuführen.

Wenn bei dir eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule vorliegen könnte, kann es notwendig sein, die Diagnose durch eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule zu bestätigen.

Was passiert, wenn ich eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule habe?

Falls du eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule hast, wird dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Symptomen oder Anzeichen, die bei dir vorliegen, wirst du überwiesen an:

  • Orthopäd:in oder Unfallchirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Knochen)
  • Physiotherapeut:in (Fachperson spezialisiert auf Bewegung)

Diese Fachpersonen können mit dir die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Skoliose oder einer Kyphose der Wirbelsäule hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, finden sich im Kapitel „Mentale Gesundheit”.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule hat, ist es dennoch wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.

Es ist auch wichtig für dein Wohlbefinden und deine Gesundheit, körperlich aktiv zu bleiben. Das Risiko, eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule zu entwickeln oder zu haben, sollte dich nicht davon abhalten, dich körperlich zu bewegen und an Aktivitäten teilzunehmen. Finde gemeinsam mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder Physiotherapeut:in heraus, welche Aktivitäten du ausüben kannst.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du eine Skoliose oder eine Kyphose der Wirbelsäule bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zur Skoliose oder Kyphose der Wirbelsäule kann man online finden. Es ist wichtig, hierbei zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Weitere Informationen auf Englisch:

  • NHS: Hier findest du Informationen zur Skoliose
  • NHS: Hier findest du Informationen zur Kyphose
  • Mayo Clinic: Hier findest du Informationen zur Skoliose
  • Mayo Clinic: Hier findest du Informationen zur Kyphose

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Spine scoliosis and kyphosis” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext