Haarausfall (Alopezie)
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Alopecia (hair loss)” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
- Haarausfall (Alopezie)
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen (bleibenden) Haarausfall?
- Was passiert, wenn ich einen (bleibenden) Haarausfall habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Haarausfall (Alopezie)
Haare wachsen fast überall am menschlichen Körper und sind am Kopf am dichtesten. Jedes einzelne Haar ist über das Haarfollikel, welches die Haarwurzel beinhaltet, in der Haut verankert. Wenn ein Haar ausfällt, kann aus demselben Haarfollikel ein neues Haar wachsen. Durchschnittlich verliert man jeden Tag etwa 50 bis 100 Haare.
Ist der Haarfollikel beschädigt, fällt das Haar des Follikels aus. Sind gleich mehrere Haarfollikel beschädigt, wird das Haar dünner und es können kahle Stellen auftreten. Dies nennt man Haarausfall oder Alopezie. Manchmal können sich beschädigte Haarfollikel erholen und die Haare fangen wieder an zu wachsen.
Während einer Krebstherapie kann es zu Haarausfall kommen. Die Krebstherapie kann die Haarfollikel beschädigen, wodurch es innerhalb weniger Tage oder Wochen zu einem Haarausfall am Kopf und an anderen Körperstellen kommen kann. Meist erholen sich die Haarfollikel nach Ende der Krebstherapie und die Haare wachsen wieder. Die Haare können dann eine andere Farbe, Struktur oder Form haben (lockig oder glatt). Sie können auch langsamer wachsen oder dünner sein. Manchmal werden die Haarfollikel so stark beschädigt, dass sie sich nicht erholen. Dann kommt es zu einem bleibenden Haarausfall.
Das Haar
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen (bleibenden) Haarausfall?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann ein (bleibender) Haarausfall auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für einen (bleibenden) Haarausfall erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Krebstherapie ab.
Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für einen (bleibenden) Haarausfall erhöhen:
- Nach einer Chemotherapie kann es zu einem vorübergehenden Haarausfall am ganzen Körper kommen. Eine Chemotherapie allein führt normalerweise nicht zu einem bleibenden Haarausfall.
- Nach einer Bestrahlung kann ein Haarausfall in den bestrahlten Bereichen vorrübergehend oder bleibend auftreten. Dies ist abhängig von der Dosis und Häufigkeit der Bestrahlung.
- Nach einer Stammzelltransplantation kann es aufgrund der Chemotherapie in hoher Dosis zu einem vorübergehenden Haarausfall kommen.
- Eine Krebstherapie, bei der eine Bestrahlung und eine Chemotherapie verwendet wurde, kann das Risiko für einen bleibenden Haarausfall erhöhen.
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn du einen Haarausfall hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Ein Haarausfall kann auch andere Ursachen haben.
Was passiert, wenn ich einen (bleibenden) Haarausfall habe?
Ein Haarausfall kann sehr belastend sein, insbesondere wenn der Haarausfall bleibend ist. Es gibt leider keine Cremes oder Behandlungen, die das Haar wieder nachwachsen lassen.
Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten, dünnes Haar oder kahle Stellen weniger sichtbar zu machen. Es kann helfen, unterschiedliche Frisuren, Hüte, Schals, Haarbänder, Haarteile oder Perücken auszuprobieren. Eine weitere, aber teure Möglichkeit ist das „hair weaving“ (Haarverwebung), bei der natürliche oder künstliche Haare an dünnen oder kahlen Stellen befestigt werden. Ein:e Friseur:in kann dich beraten und dabei helfen, diese Möglichkeiten auszuprobieren.
Haartransplantationen werden nach einer Bestrahlung nicht empfohlen. Die bestrahlte Haut ist oft dünn und heilt weniger gut, wodurch eine Haartransplantation erschwert ist. Falls du eine Haartransplantation wünschst, besprich diese Option mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von (bleibendem) Haarausfall hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.
Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Haarausfall hat, ist es dennoch wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.
Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Haarausfall kann man online finden. Es ist wichtig, zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- MSD Manuals: Hier findest du Informationen zu Haarausfall (Alopezie)
- Krebsinformationsdienst des deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz): Hier findest du Informationen zu Haarausfall bei Krebs
- Onko Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): Hier findest du Informationen zu Haarverlust und körperlichen Veränderungen bei Krebs
- Youth Cancer Survivors – Europäisches Netzwerk der Survivors einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter: Hier findest du Informationen zu Haarwuchs nach Chemotherapie
Weitere Informationen auf Englisch:
- Alopecia UK: Hier findest du Informationen und Tipps zu Haarverlust bei Erwachsenen und Kindern
- Cancer Research UK: Hier findest du Informationen zum Umgang mit Haarverlust
- Macmillan Cancer Support: Hier findest du Informationen zum Umgang mit Haarverlust
- The National Alopecia Areata Foundation (NAAF): Hier findest du Informationen zu Alopezia areata und Patient:innengruppen
Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Alopecia (hair loss)” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.

