Kraniofaziale Wachstumsprobleme

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: Oktober 2025

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Craniofacial growth problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Kraniofaziale (Kopf und Gesicht) Wachstumsprobleme

Wenn wir als Kind zum Erwachsen heranwachsen, verändert sich die Form unseres Kopfes und unseres Gesichts.

Bei diesem Prozess können manchmal Probleme auftreten. Dies kann zu einem kleineren oder ungleichmäßigen (asymmetrischen) Gesicht führen.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, können kraniofaziale Wachstumsprobleme auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme erhöhen.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme erhöhen, insbesondere wenn sie in jungen Jahren durchgeführt wurden:

  • Eine Bestrahlung (insbesondere mit hoher Dosis) im Gesicht oder eines Bereichs, der das Gesicht einschließt.
  • Ein chirurgischer Eingriff (Operation) im Gesicht.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien bekommen hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du kraniofaziale Wachstumsprobleme hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Kraniofaziale Wachstumsprobleme können auch andere Ursachen haben. Manche Menschen werden mit einem eingeschränkten oder ungleichmäßigen Wachstum ihres Gesichts geboren. Unfälle oder Entzündungen im Gesicht und Kopf sind eine weitere Ursache für ein vermindertes oder ungleichmäßiges Wachstum.

Was sind die Symptome und Anzeichen von kraniofazialen Wachstumsproblemen?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf kraniofaziale Wachstumsprobleme hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du kraniofaziale Wachstumsprobleme hast:

  • Dein Gesicht wächst nicht normal, es kann klein oder ungleichmäßig (asymmetrisch) sein.
  • Ein oder beide Augen und der Bereich um die Augen wachsen nicht richtig und ist kleiner. Dies nennt man Orbitalhypoplasie.

Mentale Gesundheitsprobleme können häufig auftreten, wenn das Gesicht oder der Kopf nicht normal gewachsen sind. Kraniofaziale Wachstumsprobleme können auch zu Schwierigkeiten beim Sprechen, Essen und Atmen sowie zu Problemen mit den Zähnen führen.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme hast, solltest du mindestens einmal im Jahr eine körperliche Untersuchung durchführen lassen, bis das Wachstum abgeschlossen ist und danach mindestens alle 5 Jahre.

Was passiert, wenn ich kraniofaziale Wachstumsprobleme habe?

Falls du kraniofaziale Wachstumsprobleme hast, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Symptomen oder Anzeichen, die bei dir vorliegen, wirst du überwiesen an:

  • Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Operationen im Mundbereich)
  • HNO-Arzt/-Ärztin (Arzt/Ärztin spezialisiert auf den Hals, die Nase und die Ohren)
  • Psychotherapeut:in (Fachperson spezialisiert auf die mentale Gesundheit)
  • Zahnarzt/Zahnärztin (bei damit verbundenen Problemen an den Zähnen)
  • Augenarzt/Augenärztin (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Augen)

Diese Fachpersonen können verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von kraniofazialen Wachstumsproblemen hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, finden sind im Kapitel „Mentale Gesundheit”.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für kraniofaziale Wachstumsprobleme hat, ist es dennoch wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du kraniofaziale Wachstumsprobleme bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu kraniofazialen Wachstumsproblemen kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Englisch:

  • Changing Faces: Hier findest du Informationen zur Unterstützung bei kraniofazialen Wachstumsproblemen
  • Headlines: Hier findest du Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten bei kraniofazialen Wachstumsproblemen
  • Children’s Craniofacial Association (CCA): Hier findest du Informationen bei kraniofazialen Wachstumsproblemen

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Craniofacial growth problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

*International Guideline Harmonization Group for Late Effects of Childhood Cancer

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext