Lungenprobleme
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: Oktober 2025
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Lung problems” [1], welche auf der entsprechenden IGHG* Leitlinie [2] basiert.
- Lungenprobleme
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme?
- Was sind die Symptome und Anzeichen von Lungenproblemen?
- Ich habe ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
- Was passiert, wenn ich Lungenprobleme habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Lungenprobleme
Unsere Lungen sind wichtig für die Atmung. Sie befinden sich in unserer Brust auf beiden Seiten des Herzens. Wenn wir einatmen, nehmen winzige Lungenbläschen in der Lunge den Sauerstoff auf, der dann über den Blutkreislauf in alle Teile des Körpers transportiert wird. Beim Ausatmen wird Kohlendioxid aus dem Blut entfernt und an die Luft abgegeben.
Manchmal können Lungenprobleme auftreten. Eine Krebstherapie kann zu Lungenproblemen führen, zum Beispiel wenn die Lungenbläschen beschädigt werden oder die Lunge steif wird und sich beim Atmen nicht mehr so gut ausdehnt. Zu den Lungenproblemen, die in der Allgemeinbevölkerung und bei Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) auftreten können, gehören:
- Obstruktive Lungenerkrankungen, bei denen die Atemwege verengt und blockiert sind, wie zum Beispiel bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
- Restriktive Lungenerkrankungen, bei denen die Lunge nicht mehr so viel Luft aufnehmen kann und sich beim Einatmen nicht mehr vollständig ausdehnt, wie zum Beispiel bei der Lungenfibrose
- Einschränkung der Diffusionskapazität, bei der der Sauerstoff nicht ausreichend von der Lunge in den Blutkreislauf gelangen kann
Das Risiko von Lungenproblemen kann verringert werden, zum Beispiel wenn man nicht raucht oder mit dem Rauchen aufhört.
Habe ich ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, können Lungenprobleme auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Lungenprobleme im Laufe des Lebens erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Art der Krebstherapie ab.
Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Lungenprobleme erhöhen:
- Eine Bestrahlung der Lunge oder eines Bereichs, der die Lunge einschließt.
- Eine Stammzelltransplantation mit Stammzellen von einem Spender/einer Spenderin (allogene Stammzelltransplantation).
- Ein chirurgischer Eingriff (Operation) am Brustkorb.
Wenn du eine Chemotherapie mit Bleomycin hattest, kann eine Lungenfibrose schlimmer werden durch eine Narkose oder durch eine hohe Sauerstoffbelastung (wie zum Beispiel beim Tauchen).
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn du Lungenprobleme hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Lungenprobleme können auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Rauchen, Übergewicht und ein höheres Alter. Weitere Informationen zu Übergewicht und Adipositas finden sich im Kapitel „Übergewicht und Adipositas”.
Was sind die Symptome und Anzeichen von Lungenproblemen?
Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Lungenprobleme hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig, diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.
Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Lungenprobleme hast:
- Kurzatmigkeit oder Probleme beim Atmen
- Husten, der sich nicht bessert
- Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
- Schmerzen oder Beschwerden beim Ein- oder Ausatmen
- Husten von Schleim oder Blut
- Häufige Infektionen der Atemwege, zum Beispiel Lungenentzündungen
Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Ich habe ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
Falls du ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme hast, solltest du, mindestens alle 5 Jahre, mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in
- deine medizinische Vorgeschichte besprechen
- und ob du Symptome oder Anzeichen von Lungenproblemen hast.
Was passiert, wenn ich Lungenprobleme habe?
Falls du Lungenprobleme hast, kann dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in einen Lungenfunktionstest durchführen. Der Lungenfunktionstest prüft, wie gut deine Lunge funktioniert.
Außerdem kannst du zu einem/einer Pneumolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Lunge) überwiesen werden.
Diese Fachperson kann verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten Lungenproblemen hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit” zu finden.
Um das Risiko für Lungenprobleme zu senken, ist es sehr wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben. Insbesondere ist es wichtig, nicht zu Rauchen (hierzu gehören Zigaretten, Vapes, Zigarren, Pfeifen und das Einatmen von Passivrauch) und die Exposition gegenüber verschmutzter Luft oder die Arbeit mit Schadstoffen zu vermeiden. Außerdem ist es wichtig, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.
Um das Risiko einer Lungenentzündung zu senken, kann man eine Impfung gegen Pneumokokken erwägen. Pneumokokken sind Bakterien, die eine Lungenentzündung verursachen können. Manchmal kann eine Lungenentzündung auch bei einer Grippe auftreten. Daher kann eine jährliche Impfung gegen das Influenzavirus helfen, die Entwicklung von Lungenproblemen zu verhindern. Du kannst mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in besprechen, ob eine Impfung für dich möglich ist und welche Vorteile eine Impfung hat.
Wenn du ein erhöhtes Risiko für Lungenprobleme hast oder eine Chemotherapie mit Bleomycin hattest und tauchen möchtest, solltest du dich vorher von einem erfahrenen Taucharzt/einer erfahrenen Tauchärztin untersuchen lassen.
Es ist wichtig, dass du weißt, dass du Lungenprobleme bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Lungenproblemen kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- LESS (late effects surveillance system): Hier findest du Informationen zu Lungengesundheit nach Krebs in der Kindheit
- Forschungsgruppe Kinderkrebs Schweiz: Hier findest du Informationen zu Atemwegsbeschwerden bei ehemaligen Kinderkrebspatienten
Weitere Informationen auf Englisch:
- Together: Hier findest du Informationen zu Lungenproblemen und Problemen mit der Atmung
Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Lung problems” [1], welche auf der entsprechenden IGHG* Leitlinie [2] basiert.
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
*International Guideline Harmonization Group for Late Effects of Childhood Cancer
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext
[2] Otth, M. et al. (2024) Recommendations for surveillance of pulmonary dysfunction among childhood, adolescent, and young adult cancer survivors: a report from the International Late Effects of Childhood Cancer Guideline Harmonization Group. Verfügbar unter: https://www.thelancet.com/journals/eclinm/article/PIIS2589-5370(24)00066-X/fulltext

