Magen-Darm-Probleme

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Gastro-intestinal problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Magen-Darm-Probleme

Wenn wir unsere Nahrung schlucken, gelangt sie durch die Speiseröhre in den Magen. Hier wird die Nahrung in kleinere Stücke zerteilt. Die Nahrung wandert dann in den Darm, wo das Wasser und die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Was übrig bleibt, ist Stuhl, der bis zum Stuhlgang im Mastdarm (Rektum) gespeichert wird. Alle Organe, durch die die Nahrung wandert, bilden zusammen den Magen-Darm-Trakt.

Manchmal können Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt auftreten, dazu gehören:

  • Verstopfung, weil ein Teil des Magen-Darm-Traktes eingeengt oder verlangsamt ist. Das macht es schwieriger die Nahrung durchzulassen und weiter zu transportieren.
  • Gallensteine, kleine Steine, die in der Gallenblase gebildet werden. Wenn die Steine zu groß werden, können sie die Öffnung der Gallenblase verstopfen.
  • Chronische Entzündungen, die durch einen Magen-Darm-Infekt oder eine zugrunde liegende Erkrankung verursacht werden.
  • Eine gastrointestinale Fistel. Dabei handelt es sich um eine unnatürliche Öffnung oder ein Loch, durch das Flüssigkeit aus dem Darm in einen anderen Teil des Körpers übertreten kann.
  • Malabsorption, bei der nicht genügend Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden.
  • Nervenschäden, die dazu führen können, dass unkontrolliert Stuhl aus dem Anus austritt.

Der Magen-Darm-Trakt
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Probleme?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, können Magen-Darm-Probleme auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Magen-Darm-Probleme im Laufe des Lebens erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Art der Krebstherapie ab.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Magen-Darm-Probleme erhöhen:

  • Eine Bestrahlung des Magen-Darm-Trakts oder eines Bereichs, der den Magen-Darm-Trakt einschließt, kann zu Problemen in dem behandelten Bereich führen.
  • Ein chirurgischer Eingriff (Operation) an der Speiseröhre oder im Bauchraum kann zu Problemen in dem Bereich führen, der operiert wurde.
  • Eine Stammzelltransplantation kann Probleme verursachen, wenn im Magen-Darm-Trakt eine Spender-gegen-Empfänger-Erkrankung („Graft-versus-Host-disease“, GvHD)

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du Magen-Darm-Probleme hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Magen-Darm-Probleme können auch andere Ursachen haben.

Was sind die Symptome und Anzeichen von Magen-Darm-Problemen?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Magen-Darm-Probleme hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Magen-Darm-Probleme hast:

  • Bauchschmerzen
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Völlegefühl, Übelkeit oder Erbrechen
  • Veränderter Stuhlgang über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel Durchfall, entfärbter Stuhl oder blutiger Stuhl
  • Unkontrollierter Stuhlgang (Inkontinenz)
  • Gelb gefärbte Augen oder Haut. Dies nennt man auch Ikterus oder Gelbsucht.

Magen-Darm-Probleme sind in der Regel vorübergehend und verschwinden meist von selbst. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen für eine längere Zeit hast oder du dich sehr unwohl fühlst, dann kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Was passiert, wenn ich Magen-Darm-Probleme habe?

Falls du Magen-Darm-Probleme hast, wird dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in an Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Symptomen oder Anzeichen, die bei dir vorliegen, wirst du überwiesen an:

  • Allgemein- oder Viszeralchirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Operationen im Bauchraum)
  • Gastroenterolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf das Verdauungssystem)

Diese Fachpersonen können weitere Tests durchführen und besprechen mit dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Magen-Darm-Problemen hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Um das Risiko für Magen-Darm-Probleme gering zu halten, ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du Magen-Darm-Probleme bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Magen-Darm-Problemen kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Weitere Informationen auf Englisch:

  • NHS: Hier findest du Informationen zu Magen-Darm-Gesundheit
  • Together: Hier findest du Informationen zu Magen-Darm-Problemen nach einer Krebserkrankung oder Krebstherapie

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Gastro-intestinal problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.