Periphere Neuropathie

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Peripheral Neuropathy” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Periphere Neuropathie

Unsere Nerven sind für die Übertragung von Signalen vom Körper zum Gehirn und vom Gehirn zum Körper verantwortlich. Die Nerven außerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks werden als periphere Nerven bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten von peripheren Nerven. An der peripheren Neuropathie beteiligt sind:

  • Sensible Nerven: Sie ermöglichen es uns, verschiedene Empfindungen zu spüren, zum Beispiel den Unterschied zwischen Wärme und Kälte, Schmerz, Berührung, Geruch und so weiter.
  • Motorische Nerven: Sie ermöglichen es uns, uns zu bewegen.

Die Schädigung eines peripheren Nervens oder mehrerer peripherer Nerven wird als periphere Neuropathie (Nervenschädigung) bezeichnet. Diese Schädigung kann verschiedene Probleme verursachen, zum Beispiel Schmerzen, taube Hände oder Füße oder Gleichgewichtsstörungen. Welches Problem auftritt, hängt von der Stelle und der Art des geschädigten Nervs ab.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für eine periphere Neuropathie?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann eine periphere Neuropathie auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für eine periphere Neuropathie im Laufe des Lebens erhöhen. Die Probleme, die auftreten können, hängen von der Art der Krebstherapie ab.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für eine periphere Neuropathie erhöhen:

  • Eine Gruppe von Chemotherapeutika, die Vinca-Alkaloide genannt wird.
  • Eine Chemotherapie mit Cisplatin oder C

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du eine periphere Neuropathie hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Eine periphere Neuropathie kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Diabetes, starker Alkoholkonsum oder eine Verletzung.

Was sind die Symptome und Anzeichen einer peripheren Neuropathie?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf eine periphere Neuropathie hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln. 

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du eine periphere Neuropathie hast:

  • Taubheit oder Kribbeln in den Füßen oder Händen
  • Brennende oder stechende Schmerzen in den Füßen oder Händen
  • Schwierigkeiten beim Gehen oder mit dem Gleichgewicht
  • Verfärbte oder kalte Füße oder Hände
  • Muskelschwäche an den Beinen oder Armen

Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Was passiert, wenn ich eine periphere Neuropathie habe?

Falls du eine periphere Neuropathie hast, wird dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in an Fachpersonen überweisen. Abhängig von den Symptomen oder Anzeichen, die bei dir vorliegen, wirst du überwiesen an:

  • Neurolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Gehirn und Rückenmark)
  • Physiotherapeut:in (Fachperson spezialisiert auf Bewegung)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Wenn du (starke) Schmerzen hast, kann dir dein Arzt/deine Ärztin Medikamente verschreiben, um die Schmerzen zu lindern. Die Symptome und Anzeichen der peripheren Neuropathie können mit der Zeit abnehmen oder verschwinden, aber in manchen Fällen verschwinden sie nie. Vielleicht hilft dir eine Physiotherapie oder psychologische Unterstützung.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für eine periphere Neuropathie hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko einer peripheren Neuropathie hat, ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du eine periphere Neuropathie bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu einer peripheren Neuropathie kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Weitere Informationen auf Englisch:

  • NHS: Hier findest du Informationen zu peripherer Neuropathie

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Peripheral Neuropathy” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.