Probleme mit der Milz
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: Oktober 2025
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Spleen problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
- Probleme mit der Milz
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz?
- Was sind die Symptome und Anzeichen von Problemen mit der Milz?
- Ich habe ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
- Was passiert, wenn ich Probleme mit der Milz habe?
- Was passiert, wenn ich Probleme mit der Milz und Symptome oder Anzeichen einer Infektion habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Probleme mit der Milz
Die Milz ist ein Organ im Oberbauch, das direkt hinter dem Magen liegt. Die wichtigste Funktion der Milz ist die Speicherung von weißen Blutzellen, bevor diese in das Blut gelangen. Weiße Blutzellen braucht man, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen.
Manchmal kann es zu Störungen in der Funktion der Milz kommen, was das Immunsystem schwächen kann. Dies kann dazu führen, dass man häufiger Infekte hat. Insbesondere können Infektionen, die durch Bakterien (zum Beispiel Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus Influenzae Typ B) verursacht werden, schwerer verlaufen.
Der Milz
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, können Probleme mit der Milz auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Probleme mit der Milz im Laufe des Lebens erhöhen.
Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Probleme mit der Milz erhöhen:
- Ein chirurgischer Eingriff (Operation), bei der die Milz entfernt wird (Splenektomie).
- Eine Bestrahlung (10 Gray oder mehr) der Milz oder eines Bereichs, der die Milz einschließt.
- Eine Stammzelltransplantation mit Stammzellen von einem Spender/einer Spenderin (allogene Stammzelltransplantation) mit oder ohne Bestrahlung des gesamten Körpers (Ganzkörperbestrahlung).
- Eine Stammzelltransplantation mit deinen eigenen Stammzellen (autologe Stammzelltransplantation) mit Bestrahlung des gesamten Körpers (Ganzkörperbestrahlung).
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn du Probleme mit der Milz hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Probleme mit der Milz können auch andere Ursachen haben.
Was sind die Symptome und Anzeichen von Problemen mit der
Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Probleme mit der Milz hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig, diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.
Ein Anzeichen für Probleme mit der Milz ist das häufigere Auftreten bakterieller Infektionen. Diese Symptome und Anzeichen können auf (bakterielle) Infektionen hindeuten:
- Fieber (38,3 °C oder mehr).
- Schwere bakterielle Infektionen können auch sehr hohes Fieber (39,5 °C oder mehr) oder eine Hypothermie (35 °C oder weniger), Schüttelfrost oder Zittern, Schwindel oder Schläfrigkeit verursachen.
Falls du häufig bakterielle Infektionen hast, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Ich habe ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?
Falls du ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz hast, sind keine regelmäßigen Untersuchungen notwendig.
Was passiert, wenn ich Probleme mit der Milz habe?
Falls du Probleme mit der Milz hast, ist es wichtig zu wissen, dass Impfungen und (vorbeugende) Antibiotika-Gaben notwendig sein können. Beides kann die Häufigkeit und den Schweregrad von bakteriellen Infektionen (zum Beispiel mit Pneumokokken, Meningokokken, und Haemophilus Influenzae Typ B) verringern.
Zusätzlich benötigst du eventuell Reiseimpfungen und Medikamente, wenn du in Gebiete reisen möchtest, in denen Malaria oder andere Tropenkrankheiten auftreten.
Bitte frage deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in, ob du zusätzliche Impfungen oder (vorbeugende) Antibiotika-Gaben benötigst.
Was passiert, wenn ich Probleme mit der Milz und Symptome oder Anzeichen einer Infektion habe?
Falls du Probleme mit der Milz hast, ist es sehr wichtig, bei folgenden Symptomen oder Anzeichen umgehend einen Arzt/eine Ärztin aufzusuchen:
- Fieber (38,3 °C oder mehr)
- Symptome oder Anzeichen einer Infektion
- Tier- oder Menschenbisse, bei denen die Haut verletzt wurde
Der Arzt/Die Ärztin kann dann Folgendes tun:
- Eine körperliche Untersuchung durchführen.
- Eine Blutuntersuchung durchführen, einschließlich eines Blutbildes (um sich die Auswirkung der Infektion anzusehen) und einer Blutkultur (um nach Bakterien im Blut zu suchen).
Es kann eine Weile dauern, bis die Ergebnisse der Blutkultur vorliegen. Dein Arzt/Deine Ärztin kann dir bereits vor dem Erhalt der Ergebnisse Antibiotika verschreiben.
Um Infektionen vorzubeugen oder schwere Verläufe zu vermeiden, kann es notwendig sein, vorbeugend (prophylaktisch) Antibiotika einzunehmen, wenn dein Arzt/deine Ärztin dir dazu rät.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für Probleme mit der Milz hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit” zu finden.
Falls du Probleme mit der Milz hast, könntest du ein medizinisches Armband tragen oder einen Notfallausweis mit dir führen. Zusätzlich ist es wichtig, dich von deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in beraten zu lassen, falls du in ein Gebiet mit Malaria oder anderen Tropenkrankheiten reisen möchtest. Eventuell benötigst du Reiseimpfungen oder Medikamente, um dich vor Malaria oder anderen Tropenkrankheiten zu schützen.
Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Probleme mit der Milz hat, ist es dennoch wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.
Es ist wichtig, dass du weißt, dass du Probleme mit der Milz bekommen kannst und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Es ist auch wichtig, die Symptome und Anzeichen von Infektionen zu kennen. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Problemen mit der Milz kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- LESS (late effects surveillance system): Hier findest du Informationen zu Nachsorgeempfehlungen bei fehlender Milz
Weitere Informationen auf Englisch:
- Together: Hier findest du allgemeine Informationen zu Problemen mit der Milz
Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Spleen problems” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
*International Guideline Harmonization Group for Late Effects of Childhood Cancer
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext

