Schlaganfall

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Strokes” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Schlaganfall

Das menschliche Gehirn ist sehr komplex und hat viele Funktionen. Das Gehirn ermöglicht es uns, unter anderem sich zu bewegen, zu sprechen, zu denken und zu fühlen. Außerdem steuert es viele Abläufe im Körper. Das Gehirn braucht Sauerstoff, der mit dem Blut durch die Blutgefäße transportiert wird.

Manchmal können Probleme auftreten, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt oder (teilweise) verstopft ist. Dadurch können bestimmte Bereiche des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Wenn dies geschieht, spricht man von einem Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist sehr selten bei jungen Menschen.

Ursachen für Schlaganfälle
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann ein Schlaganfall auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für einen Schlaganfall im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgende Krebstherapie kann das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen:

  • Eine Bestrahlung des Kopfes, des Gehirns oder des Halses oder eines Bereichs, der den Kopf, das Gehirn oder den Hals einschließt.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapie erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn du einen Schlaganfall hast, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Ein Schlaganfall kann auch andere Ursachen haben. Hierzu zählen erhöhter Blutdruck, Übergewicht, Diabetes, hohe Cholesterin-Werte (Blutfettwerte), Rauchen oder hohes Alter.

Mehr Informationen zu diesen Themen findest du auf dieser Webseite:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht und Adipositas
  • Gestörter Glukosestoffwechsel und Diabetes
  • Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung)

Wenn es in deiner Familie häufiger zu Schlaganfällen kommt, kann das dein Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.

Was sind die Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf einen Schlaganfall hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Die Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls hängen davon ab, welche Teile des Gehirns zu wenig Sauerstoff erhalten. Daher können die Symptome und Anzeichen von Person zu Person unterschiedlich sein.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du einen Schlaganfall hast:

  • Plötzliche Taubheit oder Schwäche im Gesicht (herunterhängende Gesichtshälfte).
  • Plötzliche Taubheit oder Schwäche im Arm oder Bein, insbesondere auf einer Körperseite. Du kannst den Arm nicht mehr vollständig heben oder etwas nicht mehr halten oder zusammendrücken.
  • Schwierigkeiten, normal zu sprechen (du sprichst undeutlich).
  • Schwierigkeiten, klar zu sehen (du siehst verschwommen oder doppelt).
  • Plötzlich auftretende, sehr starke Kopfschmerzen, die für dich ungewöhnlich sind und keine bekannte Ursache haben, wie zum Beispiel eine Migräne.

Der F.A.S.T.-Test kann helfen, sich die wichtigsten Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls zu merken:

  • F = „face“ (englisch für Gesicht): ein Mundwinkel hängt herab
  • A = Arm: Armschwäche
  • S = Sprache: Sprachschwierigkeiten
  • T = „time“ (englisch für Zeit): sofort einen Krankenwagen rufen

Was passiert, wenn ich Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls habe?

Die Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls können plötzlich auftreten. Wenn die Symptome und Anzeichen plötzlich auftreten und du dich sehr krank fühlst, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Rufe sofort den Rettungsdienst. Kannst du nicht selbst anrufen, bitte eine andere Person, den Anruf für dich zu machen. Wenn du einen Schlaganfall hast, ist schnelles Handeln sehr wichtig.

Manchmal verschwinden die Symptome und Anzeichen eines Schlaganfalls nach ein paar Minuten oder Stunden. Dies könnte bedeuten, dass du eine transitorische ischämische Attacke (TIA) erlitten hast, die auch als Mini-Schlaganfall bezeichnet wird. Ein Blutgefäß war dabei nur für ein paar Minuten oder Stunden verstopft, danach konnte das Blut wieder fließen.

Wenn du Symptome oder Anzeichen eines Schlaganfalls verspürst und diese leicht ausgeprägt sind, bedeutet dies nicht automatisch, dass du einen Schlaganfall hast. Es ist jedoch wichtig, dass du schnellstmöglich zu einem Arzt/einer Ärztin gehst, auch wenn die Symptome und Anzeichen nach einigen Minuten oder Stunden wieder verschwinden. Dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in kann dich dann an Fachpersonen überweisen:

  • Neurolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Gehirn und Rückenmark)
  • Neurochirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Operationen an Gehirn und Rückenmark)

Angiolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Blutgefäße)

Was kann ich noch tun?

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du einen Schlaganfall bekommen kannst und die Symptome und Anzeichen kennst.

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines Schlaganfalls hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Um das Risiko für einen Schlaganfall zu senken, ist es sehr wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Schlaganfällen kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

  • Das Gehirn: Hier findest du Informationen über Schlaganfälle
  • YouTube: Hier findest du ein Video zur einfachen Erklärung der Symptome beim Schlaganfall:

Weitere Informationen auf Englisch:

  • NHS: Hier findest du Informationen über Schlaganfälle sowie Symptome und Anzeichen

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Strokes” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.