Sekundärneoplasien: Blasenkrebs

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese Broschüre ist eine Fortsetzung der Broschüre „Sekundärneoplasien: Allgemeines“, welche du zuerst lesen solltest, bevor du mit dieser Broschüre fortfährst.

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Sekundärneoplasien: Blasenkrebs

Die Harnblase ist ein Sack, der Urin speichert. Wenn sie voll ist, erhält das Gehirn ein Signal, dass die Blase geleert werden muss. Dadurch entsteht das Gefühl, dass man pinkeln muss.

Manchmal können die Zellen, aus denen die Blase besteht, bösartig werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr richtig funktionieren und sich unkontrolliert vermehren, sodass ein Tumor wächst. Wenn das geschieht, spricht man von Blasenkrebs.

Nur sehr wenige Menschen, die bereits an Krebs erkrankt waren, erkranken an Blasenkrebs.

Aufgrund der ersten Krebstherapie haben manche Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs. Es gibt eine Reihe von Dingen, die jede:r tun kann, um das Risiko zu senken, an Blasenkrebs zu erkranken, zum Beispiel nicht zu rauchen.

Der Harntrakt
Created with BioRender.com
Bewege den Cursor über die Buchstaben/Zahlen in der Abbildung, um weitere Informationen zu erhalten.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Blasenkrebs auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Blasenkrebs im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgenden Krebstherapien können das Risiko für Blasenkrebs erhöhen:

  • Eine Bestrahlung der Harnblase oder eines Bereichs, der die Harnblase einschließt.
  • Eine Chemotherapie mit Cyclophosphamid oder Ifosfamid. Sie erhöht das Risiko vor allem, wenn du während der Krebstherapie eine schwere blutige Blasenentzündung (hämorrhagische Zystitis) hattest.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn bei dir Blasenkrebs auftritt, dann liegt dies nicht immer an der ersten Krebstherapie. Blasenkrebs kann auch andere Ursachen haben.

Was sind die Symptome und Anzeichen von Blasenkrebs?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Blasenkrebs hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig, diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Blasenkrebs hast:

  • Blut im Urin
  • Das Gefühl, ungewöhnlich oft oder plötzlich pinkeln zu müssen
  • Brennen beim Pinkeln

Diese Symptome und Anzeichen haben oft eine andere Ursache, wie zum Beispiel eine Blasenentzündung. Trotzdem sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Blasenkrebs sehr wichtig. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs hast, werden aktuell keine regelmäßigen Tests empfohlen. Es ist jedoch wichtig, dass du die Symptome und Anzeichen von Blasenkrebs kennst. Wenn du eines dieser Symptome oder Anzeichen hast, kann dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in:

  • eine körperliche Untersuchung durchführen
  • eine Urinuntersuchung anfordern

Was passiert, wenn ich Blasenkrebs habe?

Falls du Blasenkrebs hast oder haben könntest, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu einem onkologischen Behandlungsteam überweisen. Zu diesem Team können unter anderem gehören:

  • Urolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Harnwege und Harnblase)
  • Onkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Krebserkrankungen)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Blasenkrebs hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Blasenkrebs hat, ist es trotzdem wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Es ist insbesondere wichtig, nicht zu rauchen. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil findest du im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs hast und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Blasenkrebs kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.