Sekundärneoplasien: Brustkrebs
This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025
Diese Broschüre ist eine Fortsetzung der Broschüre „Sekundärneoplasien: Allgemeines“, welche du zuerst lesen solltest, bevor du mit dieser Broschüre fortfährst.
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms: breast cancer” [1], welche wiederum auf der entsprechenden IGHG* Leitlinie basiert [2].
- Sekundärneoplasien: Brustkrebs
- Habe ich ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs?
- Was sind die Symptome und Anzeichen von Brustkrebs?
- Ich habe ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Welche Untersuchungen sollte ich machen und warum?
- Was passiert, wenn ich Brustkrebs habe?
- Was kann ich noch tun?
- Wo finde ich weitere Informationen?
- Anmerkung
Sekundärneoplasien: Brustkrebs
Die Brüste bestehen hauptsächlich aus Fettgewebe und Drüsen. Bei Frauen produzieren diese Drüsen nach der Geburt eines Kindes die Muttermilch.
Manchmal können die Zellen, aus denen die Brust besteht, bösartig werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr richtig funktionieren und sich unkontrolliert vermehren, sodass ein Tumor wächst. Man spricht dann von Brustkrebs. Brustkrebs kann auch bei Männern auftreten. Das ist aber sehr selten.
Aufgrund der ersten Krebstherapie haben manche Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Es gibt eine Reihe von Dingen, die jede:r tun kann, um das Risiko zu senken, an Brustkrebs zu erkranken, zum Beispiel ein gesundes Körpergewicht zu halten und keinen Alkohol zu trinken.
Die Brust
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs?
Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Brustkrebs auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Brustkrebs im Laufe des Lebens erhöhen.
Die folgende Krebstherapie kann das Risiko für Brustkrebs erhöhen:
- Eine Bestrahlung (10 Gray oder mehr) der Brust oder des Oberbauches, wenn dieser Bereich die Brust einschließt.
Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapien erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.
Wenn bei dir Brustkrebs auftritt, dann liegt dies nicht immer an der ersten Krebstherapie. Brustkrebs ist weit verbreitet und bei den meisten Frauen ist die Ursache unbekannt. Durch einen gesunden Lebensstil kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, gesenkt werden. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.
Wenn es in deiner Familie häufig oder in einem ungewöhnlich jungen Alter zu Brustkrebs oder Eierstockkrebs kommt, kann dies dein Risiko für Brustkrebs ebenfalls erhöhen.
Was sind die Symptome und Anzeichen von Brustkrebs?
Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Brustkrebs hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.
Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Brustkrebs hast:
- Ein neu aufgetretener Knoten oder eine neu aufgetretene Schwellung in einer Brust
- Veränderungen in der Größe oder Form von einer oder beiden Brüsten
- Veränderungen im Aussehen oder in der Position von einer oder beiden Brustwarzen
- Veränderungen des Aussehens der Haut an oder um eine oder beide Brustwarzen. Manchmal wird die Haut schuppig, krustig, rot, heiß oder juckend.
- Aus einer oder beiden Brustwarzen tritt Flüssigkeit aus
- Ein Knoten oder eine Schwellung in einer oder beiden Achselhöhlen
Brustkrebs verursacht in der Regel keine Schmerzen in der Brust.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Brustkrebs sind sehr wichtig. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Ich habe ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Welche Untersuchungen sollte ich machen und warum?
Allen Menschen, auch denen, die keine Krebstherapie hatten, wird empfohlen, die Brüste regelmäßig (einmal im Monat) selbst zu untersuchen. Wenn du Veränderungen an deiner Brust bemerkst oder wenn du dir unsicher bist, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wenn du ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs hast, werden regelmäßige Untersuchungen der Brüste empfohlen. Das kann entweder eine Mammografie oder eine MRT-Untersuchung der Brüste sein. Die Untersuchungen sollen einmal im Jahr ab dem 25. Lebensjahr oder 8 Jahre nach Ende der Bestrahlung anfangen, je nachdem, was zuletzt eintritt. Es wird empfohlen, die Untersuchungen mindestens bis zum Alter von 60 Jahren fortzusetzen.
Eine Mammographie oder eine MRT-Untersuchung der Brüste haben beide Vor- und Nachteile.
| Vorteile | Nachteile |
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Eine MRT-Untersuchung der Brüste als Untersuchung auf Brustkrebs
| Vorteile | Nachteile |
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Was passiert, wenn ich Brustkrebs habe?
Falls du Brustkrebs hast oder haben könntest, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in zu einem onkologischen Behandlungsteam überweisen. Zu diesem Team können unter anderem gehören:
- Gynäkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Frauenheilkunde, auch auf Behandlungen und Operationen an der Brust)
- Onkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Krebserkrankungen)
- Strahlentherapeut:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Behandlung von Krebs mit Bestrahlung)
- Humangenetiker:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf genetische Krankheiten)
Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.
Was kann ich noch tun?
Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Brustkrebs hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.
Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko von Brustkrebs hat, ist es trotzdem wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben. Insbesondere ist es wichtig, ein gesundes Körpergewicht zu halten sowie keinen Alkohol zu trinken. Es ist außerdem wichtig, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.
Es ist wichtig, dass du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs hast und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.
Wo finde ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zu Brustkrebs kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.
Weitere Informationen auf Deutsch:
- LESS (late effects surveillance system): Hier findest du Informationen zu Brustkrebs nach einer Krebsbehandlung
- Forschungsgruppe Kinderkrebs Schweiz: Hier findest du Informationen zu Brustkrebs nach einer Chemotherapie
- Österreichische Krebshilfe: Hier findest du Informationen zu Brustkrebs
- Österreichische Krebshilfe: Hier findest du Informationen zur Früherkennung von Brustkrebs
- Forschungsgruppe Kinderkrebs: Hier findest du Informationen zu erhöhtem Brustkrebsrisiko nach bestimmten Formen der Krebsbehandlung im Kindesalter
Weitere Informationen auf Englisch:
- CoppaFeel!: Hier findest du Informationen zu Brustkrebs und Anleitungen zur Selbsttestung
Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:
Anmerkung
Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms: breast cancer” [1], welche wiederum auf der entsprechenden IGHG* Leitlinie basiert [2].
Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.
Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.
Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.
Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.
Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.
[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.
[2] Mulder, R.L. et al. (2020) Updated Breast Cancer Surveillance Recommendations for Female Survivors of Childhood, Adolescent, and Young Adult Cancer From the International Guideline Harmonization Group. Verfügbar unter: https://ascopubs.org/doi/10.1200/JCO.20.00562.

