Sekundärneoplasien: Darmkrebs

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese Broschüre ist eine Fortsetzung der Broschüre „Sekundärneoplasien: Allgemeines“, welche du zuerst lesen solltest, bevor du mit dieser Broschüre fortfährst.

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms: colorectal cancer” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Sekundärneoplasien: Darmkrebs

Wenn wir unsere Nahrung schlucken, gelangt sie durch die Speiseröhre in den Magen. Hier wird die Nahrung in kleinere Stücke zerteilt. Die Nahrung wandert dann in den Darm, wo das Wasser und die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Was übrig bleibt, ist Stuhl, der bis zum Stuhlgang im Mastdarm (Rektum) gespeichert wird. Der Darm wird in Dünndarm und Dickdarm (Kolon) unterteilt und endet mit dem Enddarm.

Manchmal können die Zellen, aus denen der Darm besteht, bösartig werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr richtig funktionieren und sich unkontrolliert vermehren, sodass ein Tumor wächst. Man spricht dann von Darmkrebs.

Nur sehr wenige Menschen, die bereits an Krebs erkrankt waren, erkranken an Darmkrebs.

Aufgrund der ersten Krebstherapie haben manche Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Es gibt eine Reihe von Dingen, die jede:r tun kann, um das Risiko zu senken, an Darmkrebs zu erkranken, zum Beispiel eine gesunde Ernährung und ein gesundes Körpergewicht.

Der Magen-Darm-Trakt
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Darmkrebs auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Darmkrebs im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgende Krebstherapie kann das Risiko für Darmkrebs erhöhen:

  • Eine Bestrahlung des Dickdarms (Colon) und des Mastdarms (Rektum) oder eines Bereichs, der den Dickdarm oder den Mastdarm einschließt.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapie erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn bei dir Darmkrebs auftritt, dann liegt dies nicht immer an der Krebstherapie. Darmkrebs kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Übergewicht und Adipositas, Rauchen oder Alkohol. Weitere Informationen zu Übergewicht und Adipositas finden sich im Kapitel „Übergewicht und Adipositas”. Wenn du in der Vergangenheit Dickdarmpolypen hattest oder wenn es in deiner Familie zu Krebs in einem ungewöhnlich jungen Alter kommt, kann dein Risiko für Darmkrebs ebenfalls erhöht sein.

Was sind die Symptome und Anzeichen von Darmkrebs?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Darmkrebs hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Darmkrebs hast:

  • Blut im Stuhl oder Blutungen aus dem Rektum
  • Der Stuhlgang ist anders als gewöhnlich
  • Häufiger Stuhlgang oder Unfähigkeit, Stuhlgang zu haben (Verstopfung)
  • Schmerzen, Unbehagen oder Völlegefühl nach dem Essen
  • Anschwellen des Bauches
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schmerzen beim Stuhlgang

Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Darmkrebs sind sehr wichtig. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Wenn du ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs hast, werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen. Die Untersuchungen sollst du nach dem 30. Lebensjahr oder 5 Jahre nach Ende der Bestrahlung durchzuführen, je nachdem, was zuletzt eintritt. Du kannst mit deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in gemeinsam besprechen und entscheiden, welche Nachsorge für dich am besten geeignet ist. Dies wird als gemeinsame Entscheidungsfindung oder „shared-decision-making“ bezeichnet.

Die Kontrolluntersuchungen beinhalten:

  • Eine Untersuchung des Stuhls auf Blut alle 3 Jahre.
  • Wenn du möchtest, könntest du eine Darmspiegelung alle 5 Jahre durchführen lassen. Bei dieser Untersuchung schaut der Arzt/die Ärztin in das Innere des Darms, indem ein Schlauch mit einer kleinen Kamera in den Anus eingeführt wird.

Wenn du dich dafür entscheidest, alle 5 Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen, muss dein Stuhl nicht alle 3 Jahre untersucht werden. Wenn in deinem Stuhl Blut gefunden wird, bedeutet das nicht automatisch, dass du Darmkrebs hast. Allerdings sind dann weitere Untersuchungen notwendig.

Wenn es in deiner Familie häufig zu Darmkrebs kommt, solltest du deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in informieren. Diese:r kann mit deiner Zustimmung klären, ob ein Gentest bei dir hilfreich ist. Ein Gentest kann nachweisen, ob du eines der Gene geerbt hast, die das Risiko für Darmkrebs erhöhen.

Was passiert, wenn ich Darmkrebs habe?

Falls du Darmkrebs hast oder haben könntest, wird dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in dich an ein onkologisches Behandlungsteam überweisen. Zu diesem Team können unter anderem gehören:

  • Onkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Krebserkrankungen)
  • Gastroenterolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf das Verdauungssystem)
  • Allgemein- oder Viszeralchirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Operationen im Bauchraum)
  • Strahlentherapeut:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Behandlung von Krebs mit Bestrahlung)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Darmkrebs hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit” zu finden.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Darmkrebs hat, ist es trotzdem wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben. Insbesondere ist es wichtig, eine gesunde Ernährung und ein gesundes Körpergewicht zu halten, nicht zu rauchen und keinen Alkohol zu trinken. Es ist außerdem wichtig, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung”.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs hast und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Darmkrebs kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Weitere Informationen auf Englisch:

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms: colorectal cancer” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.