Sekundärneoplasien: Knochenkrebs

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese Broschüre ist eine Fortsetzung der Broschüre „Sekundärneoplasien: Allgemeines“, welche du zuerst lesen solltest, bevor du mit dieser Broschüre fortfährst.

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Sekundärneoplasien: Knochenkrebs

Wir brauchen unsere Knochen, um aufrecht zu stehen, uns zu bewegen und unsere Organe zu schützen. Jeder Knochen hat eine harte, verkalkte Knochenschicht an der Außenseite. Darunter befindet sich ein weicherer, schwammartiger Knochen. In der Mitte größerer Knochen befindet sich das Knochenmark, in dem unsere Blutzellen gebildet werden. Im Inneren des Knochens befinden sich Knochenzellen, die dafür sorgen, dass der Knochen stabil bleibt.

Manchmal können Knochenzellen bösartig werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr richtig funktionieren und sich unkontrolliert vermehren, sodass ein Tumor wächst. Man spricht dann von Knochenkrebs.

Nur sehr wenige Menschen, die bereits an Krebs erkrankt waren, erkranken an Knochenkrebs.

Aufgrund der ersten Krebstherapie haben manche Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) ein erhöhtes Risiko für Knochenkrebs.

Der Knochen
Created with BioRender.com
Bewege den Cursor über die Buchstaben/Zahlen in der Abbildung, um weitere Informationen zu erhalten.

Habe ich ein erhöhtes Risiko für Knochenkrebs?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Knochenkrebs auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Knochenkrebs im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgende Krebstherapie kann das Risiko für Knochenkrebs erhöhen:

  • Die Körperteile, die mit einer Bestrahlung behandelt wurden, haben ein erhöhtes Risiko, an Knochenkrebs zu erkranken.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Krebstherapie erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn bei dir Knochenkrebs auftritt, dann liegt dies nicht immer an der ersten Krebstherapie. Knochenkrebs kann auch andere Ursachen haben.

Was sind die Symptome und Anzeichen von Knochenkrebs?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Knochenkrebs hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Knochenkrebs hast:

  • Eine (manchmal schmerzhafte) Schwellung
  • Knochen- oder Gelenkschmerzen (auch nachts), die durchgehend oder in Wellen auftreten
  • Ein Knochenbruch nach einem kleinen Unfall
  • Schwierigkeiten, einen Teil des Körpers zu bewegen

Diese Symptome und Anzeichen haben oft eine andere Ursache. Trotzdem sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Knochenkrebs sehr wichtig. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für Knochenkrebs. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für Knochenkrebs hast, werden aktuell keine regelmäßigen Tests empfohlen. Es ist jedoch wichtig, dass du die Symptome und Anzeichen von Knochenkrebs kennst. Wenn du eines dieser Symptome oder Anzeichen hast, kann dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in:

  • eine körperliche Untersuchung durchführen
  • eine Röntgen-Untersuchung oder ein MRT anfordern

Was passiert, wenn ich Knochenkrebs habe?

Falls du Knochenkrebs hast oder haben könntest, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in an ein onkologisches Behandlungsteam überweisen. Zu diesem Team können unter anderem gehören:

  • Orthopäd:in oder Unfallchirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Knochen)
  • Onkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Krebserkrankungen)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenkrebs hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Auch wenn es keinen direkten Einfluss auf das Risiko für Knochenkrebs hat, ist es trotzdem wichtig, einen gesunden Lebensstil zu haben und auf die eigene mentale Gesundheit zu achten. Schon kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko für Knochenkrebs hast und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Knochenkrebs kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.