Sekundärneoplasien: Krebs im Mundraum

This page is part of the German version of the PanCare PLAIN summaries about late effects and recommendations for long-term follow-up care for survivors of childhood, adolescent, and young adult cancer. Click here, to visit the English PLAIN summaries.
PLAIN version 3: September 2025

Diese Broschüre ist eine Fortsetzung der Broschüre „Sekundärneoplasien: Allgemeines“, welche du zuerst lesen solltest, bevor du mit dieser Broschüre fortfährst.

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Sekundärneoplasien: Krebs im Mundraum

Der Mundraum besteht aus vielen verschiedenen Anteilen, wie zum Beispiel den Lippen, der Zunge, den Wangen, dem Mundboden, dem Gaumen, den Speicheldrüsen und dem Rachen.

Manchmal können die Zellen, aus denen der Mundraum besteht, bösartig werden. Das bedeutet, dass sie nicht mehr richtig funktionieren und sich unkontrolliert vermehren, sodass ein Tumor wächst. Man spricht dann von Krebs im Mundraum.

Nur sehr wenige Menschen, die bereits an Krebs erkrankt waren, erkranken an Krebs im Mundraum.

Aufgrund der ersten Krebstherapie haben manche Survivors (ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter) ein erhöhtes Risiko für Krebs im Mundraum. Es gibt eine Reihe von Dingen, die jede:r tun kann, um das Risiko zu senken, an Krebs im Mundraum zu erkranken, zum Beispiel nicht zu Rauchen.

Der Mund
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Habe ich ein erhöhtes Risiko für Krebs im Mundraum?

Bei allen Menschen, auch bei denen, die keine Krebstherapie hatten, kann Krebs im Mundraum auftreten. Manche Krebstherapien können jedoch das Risiko für Krebs im Mundraum im Laufe des Lebens erhöhen.

Die folgenden Erkrankungen und Krebstherapien können das Risiko für Krebs im Mundraum erhöhen:

  • Eine Bestrahlung des Mundraums oder eines Bereichs, der den Mundraum einschließt.
  • Eine Spender-gegen-Empfänger-Erkrankung („Graft-versus-Host disease“, GvHD) im Mund nach einer Stammzelltransplantation.

Du kannst in deiner Behandlungsübersicht sehen, ob du diese Erkrankung oder Krebstherapie erhalten hast. Falls du keine Behandlungsübersicht hast oder du Fragen hast, kontaktiere dein behandelndes Krankenhaus.

Wenn bei dir Krebs im Mundraum auftritt, dann liegt dies nicht immer an der ersten Krebstherapie. Krebs im Mundraum kann auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel aktives und passives Rauchen, (zu viel) Alkohol und Drogen oder durch das humane Papillomavirus (HPV).

Was sind die Symptome und Anzeichen von Krebs im Mundraum?

Es gibt Symptome und Anzeichen, die auf Krebs im Mundraum hindeuten können. Auch wenn du diese Symptome und Anzeichen aktuell nicht hast, ist es wichtig diese zu kennen, falls sie sich in Zukunft entwickeln.

Diese Symptome und Anzeichen können darauf hindeuten, dass du Krebs im Mundraum hast:

  • Wunden im Mund, die nicht heilen und schmerzhaft sein können
  • Schwellungen im Mund und am Hals, die nicht weggehen
  • Verfärbung der Mundschleimhaut
  • Taubheit, Schmerzen und Blutungen im Mund
  • Schwierigkeiten beim Schlucken, Essen oder Sprechen
  • Lockere Zähne
  • Unangenehmer Mundgeruch

Diese Symptome und Anzeichen haben oft eine andere Ursache. Trotzdem sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Krebs im Mundraum sehr wichtig. Falls du eines dieser Symptome oder Anzeichen wiedererkennst, kontaktiere bitte deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Ich habe ein erhöhtes Risiko für Krebs im Mundraum. Welche Untersuchungen sollte ich machen und wann?

Falls du ein erhöhtes Risiko für Krebs im Mundraum hast, werden aktuell keine regelmäßigen Tests empfohlen. Es ist jedoch wichtig, dass du die Symptome und Anzeichen von Krebs im Mundraum kennst. Wenn du eines dieser Symptome oder Anzeichen hast, kann dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in eine körperliche Untersuchung durchführen.

Was passiert, wenn ich Krebs im Mundraum habe?

Falls du Krebs im Mundraum hast oder haben könntest, kann dich dein Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in an ein onkologisches Behandlungsteam überweisen. Zu diesem Team können unter anderem gehören:

  • HNO-Arzt/-Ärztin (Arzt/Ärztin spezialisiert auf den Hals, die Nase und die Ohren)
  • Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Operationen im Mundbereich)
  • Onkolog:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf Krebserkrankungen)
  • Strahlentherapeut:in (Arzt/Ärztin spezialisiert auf die Behandlung von Krebs mit Bestrahlung)

Diese Fachpersonen können weitere Untersuchungen machen und verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung mit dir besprechen.

Was kann ich noch tun?

Zu wissen, dass du ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Krebs im Mundraum hast, kann belastend sein. Es kann hilfreich sein, hierüber mit Freund:innen, Familie oder Fachpersonen zu sprechen oder sich mit Patient:innengruppen auszutauschen. Weitere Informationen, wie man die eigene mentale Gesundheit unterstützen kann, sind im Kapitel „Mentale Gesundheit“ zu finden.

Um das Risiko für Krebs im Mundraum zu reduzieren, ist ein gesunder Lebensstil sehr wichtig. Insbesondere ist es wichtig, nicht zu Rauchen (dazu gehören Zigaretten, Vapes, Zigarren, Pfeifen und das Einatmen von Passivrauch), kein Alkohol zu trinken und eine regelmäßige Mundhygiene einzuhalten. Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil können vorteilhaft für die körperliche und mentale Gesundheit sein. Weitere Informationen zu einem gesunden Lebensstil finden sich im Kapitel „Gesundheitsförderung“.

Sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen kann die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) das Risiko verringern, an Krebs im Mundraum zu erkranken.

Es ist wichtig, dass du weißt, dass du ein erhöhtes Risiko für Krebs im Mundraum hast und dass du die Symptome und Anzeichen kennst. Falls du Fragen hast oder du dir Sorgen machst, kontaktiere deinen Hausarzt/deine Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen zu Krebs im Mundraum kann man online finden. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Informationen nicht immer aktuell oder genau sind.

Weitere Informationen auf Deutsch:

Auf dieser Webseite findest du auch Informationen zu weiteren Themen:

Anmerkung

Diese PLAIN Zusammenfassung basiert auf der PanCareFollowUp Leitlinie zu „Subsequent neoplasms” [1], welche auf Grundlage verschiedener nationaler Leitlinien verfasst wurde.

Obwohl sich die PanCare PLAIN Informationsgruppe bemüht, genaue, vollständige und aktuelle Informationen bereitzustellen, kannst du bei deinem Hausarzt/deiner Hausärztin oder Nachsorgespezialist:in überprüfen, ob diese Zusammenfassung die aktuellen verfügbaren Informationen widerspiegelt und ob sie für dich relevant ist.

Bitte verlasse dich nicht ausschließlich auf diese Informationen. Es ist am besten, auch den Rat von qualifizierten medizinischen Fachpersonen einzuholen, wenn du Fragen zu einer bestimmten Erkrankung, Diagnose oder einem Symptom hast.

Es wird keine ausdrückliche oder stillschweigende Gewährleistung oder Zusicherung hinsichtlich der Genauigkeit, Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Relevanz oder Aktualität dieser Informationen übernommen. PanCare hat die englische Version erstellt und ist nicht für die übersetzten Versionen dieser Zusammenfassung verantwortlich. Die deutschsprachige Version der Zusammenfassung wurde durch die „PLAIN Language Summaries Deutsch-Gruppe“ (Balcerek M., Filbert A-L., Goerens L., Grabow D., Lüdersen J.) verfasst.

Die PanCare-Materialien können kostenlos von allen genutzt werden, die über Spätfolgen und Langzeitnachsorge informieren wollen. Es darf jedoch kein finanzieller Vorteil erzielt werden. Bei jeder Nutzung sollte auf PanCare verwiesen werden und es sollte ein Link zur PanCare-Webseite enthalten sein.

Wir verwenden in dieser Broschüre einen Doppelpunkt zum Gendern und möchten damit männliche, weibliche und non-binäre Personen einschließen. Die Broschüre richtet sich vorrangig an ehemalige Patient:innen einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter (Survivor). Sie kann auch für Angehörige und Interessierte hilfreich sein.

[1] van Kalsbeek, R. et al. (2021) European PANCAREFOLLOWUP recommendations for surveillance of late effects of childhood, adolescent, and Young Adult Cancer, European journal of cancer. Verfügbar unter: https://www.ejcancer.com/article/S0959-8049(21)00368-3/fulltext.